Mittwoch, 5. August 2009

Island in the Sun



Heute ein Streifzug durch Danzig mit zwei ungeheuer intelligenten Frauen: Ines, einer portugiesischen Malerin, und Agnieszka, einer polnischen Kulturwissenschaftlerin. Ines' Ehe ist ein besonders interessanter Fall: Sie folgt nicht dem Muster, polnische Frau, ausländischer Mann, sondern genau umgekehrt, vor vier Jahren hat sie in London ihren Radek geheiratet. Und lebt nun in Gdansk.
Die Polen, sagt sie, seien sehr aufgeschlossene Menschen, gastfreundlich und überschwänglich. Auch wenn sie wegen ihres Tatoos und ihres Akzentes komisch angeschaut wird. Neulich in der Bar habe ihr jemand vorgehalten, dass es in Portugal so viele Schwarze gebe. Da hat sie sich auf dem Absatz umgedreht und ist gegangen.-

Gemeinsamer Ausflug auf die Speicherinsel, später. Ihre Ruinen ragen weit in den Danziger Himmel, ich dachte bislang, man ließe sie bewusst stehen, gleichsam als mahnende Erinnerung daran, wie die Stadt nach dem Krieg aussah. Agnieszka hat mich ausgelacht, mich naiv genannt und idealistisch. In Wirklichkeit, sagte sie, könnten sich die Besitzer der Grundstücke auf der Insel nicht zusammenraufen, nur einiges gehöre der Stadt, der Rest sei in privater Hand. Eigentlich wolle man das Flussufer um moderne Architektur bereichern.
Sind Ruinen so unmodern?

Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Es macht Spaß, den Blog zu verfolgen. Fast so, als wäre man selbst ein bisschen in Danzig...
    Doris

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